GKV-Spitzenverband Geschäftsbericht 2025
Der GKV-Spitzenverband hat seinen Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht und darin zentrale Herausforderungen für das deutsche Gesundheitswesen benannt
Im Fokus stehen die nachhaltige Finanzierung der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, der Ausbau der Digitalisierung sowie Strukturreformen in der ambulanten und stationären Versorgung. Gleichzeitig erneuert der Spitzenverband seine Forderung nach einer stärkeren finanziellen Beteiligung des Bundes.
Nach Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes steigen die Ausgaben der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung weiterhin schneller als die Einnahmen. Das inzwischen verabschiedete GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wird deshalb als wichtiger Schritt bewertet, um die Beitragssätze langfristig zu stabilisieren und die finanzielle Handlungsfähigkeit der Krankenkassen zu sichern.
Aus Sicht des Spitzenverbandes reichen die bisherigen Maßnahmen jedoch nicht aus. Langfristig sei eine konsequente einnahmeorientierte Ausgabenpolitik erforderlich. Danach sollen die verfügbaren Beitragseinnahmen den finanziellen Rahmen für die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung bestimmen.
Ein weiterer Schwerpunkt des Geschäftsberichts ist die Digitalisierung. Der GKV-Spitzenverband hat 2025 eine umfassende Digitalstrategie beschlossen, mit der die elektronische Patientenakte (ePA) schrittweise zur zentralen Plattform der gesundheitlichen Versorgung weiterentwickelt werden soll.
Künftig sollen digitale Anwendungen unter anderem telemedizinische Angebote erleichtern, den Datenaustausch verbessern und eine frühzeitige Erkennung von Erkrankungen unterstützen. Ergänzend verfolgt der Spitzenverband Konzepte für eine digitale Primärversorgung mit elektronischen Überweisungen, intelligenter Patientensteuerung und digitalen Terminvermittlungsangeboten.
Auch bei der Reform der Notfallversorgung und des Rettungsdienstes sieht sich der GKV-Spitzenverband als aktiver Impulsgeber und verweist auf eigene Vorschläge zur besseren Vernetzung der Versorgungsstrukturen.
Deutlich fällt die Kritik an der Finanzierung der Gesundheitsversorgung von Grundsicherungsbeziehenden aus. Nach Auffassung des GKV-Spitzenverbandes übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung seit Jahren Leistungen, die eigentlich aus Steuermitteln finanziert werden müssten.
Nach Berechnungen der Finanzkommission Gesundheit belaste dies die gesetzlich Versicherten und ihre Arbeitgeber inzwischen jährlich mit rund 12 Milliarden Euro. Zwar sieht das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz höhere Bundeszuschüsse vor, nach Ansicht des Spitzenverbandes bleibt jedoch eine erhebliche Finanzierungslücke bestehen.
Vor diesem Hintergrund hatten Ende 2025 insgesamt 79 Krankenkassen im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes Klage gegen den Bund eingereicht, um eine grundsätzliche Klärung der Finanzierungsverantwortung zu erreichen.




