Krankenhaus-Controlling steht vor einem grundlegenden Wandel

Neue Steuerungsmodelle rücken Qualität, Versorgung und Strategie neben Wirtschaftlichkeit in den Fokus des Klinikmanagements

Das Krankenhaus-Controlling befindet sich im Umbruch. Mit den Veränderungen der Krankenhausreform und neuen Anforderungen an die Versorgungsqualität reicht ein ausschließlich auf Fallzahlen und Erlöse ausgerichtetes Controlling nicht mehr aus. Darauf weist Björn Maier in einem aktuellen Fachbeitrag aus dem Buch Gemeinsam Versorgungsqualität stärken – Perspektiven und Potentiale interprofessioneller Qualitätsentwicklung hin.

Über viele Jahre wurde das Krankenhaus-Controlling maßgeblich durch das G-DRG-System geprägt. Das Fallpauschalensystem setzte für jede Behandlung einen festen Vergütungssatz fest. Wirtschaftlicher Erfolg hing deshalb vor allem von einer hohen Leistungsmenge, einem optimierten Case-Mix und einer effizienten Ressourcennutzung ab.

Für Controller bedeutete dies, insbesondere Fallzahlen, Verweildauern, Erlöse und Prozesskosten zu analysieren. Ziel war es, Krankenhäuser trotz begrenzter Vergütung wirtschaftlich zu steuern und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Krankenhausreform verändert die Steuerungslogik

Mit der Krankenhausreform verändern sich jedoch die Rahmenbedingungen grundlegend. Leistungsgruppen, Vorhaltefinanzierung und stärkere Qualitätsanforderungen verschieben den Fokus von einer rein mengenorientierten Steuerung hin zu einer stärker versorgungsorientierten Betrachtung.

Nach Einschätzung des Autors müssen Controlling-Abteilungen künftig deutlich breiter aufgestellt sein. Neben den klassischen Finanz- und Leistungskennzahlen gewinnen Qualitätsindikatoren, Patientenorientierung, regionale Versorgungsaufträge sowie strategische Planungsdaten zunehmend an Bedeutung.

Damit entwickelt sich das Controlling von einer überwiegend rückblickenden Auswertung wirtschaftlicher Kennzahlen zu einem Instrument, das Managemententscheidungen aktiv unterstützt und zukünftige Entwicklungen frühzeitig sichtbar machen soll.

Neue Anforderungen an Klinikmanagement und Controlling

Für Krankenhäuser bedeutet dieser Wandel erhebliche organisatorische Veränderungen. Controlling wird künftig stärker mit Medizinmanagement, Qualitätsmanagement, Krankenhausplanung und Unternehmensstrategie verzahnt werden müssen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Datenbasis. Informationen aus Medizin, Pflege, Qualität, Finanzen und Personal müssen zusammengeführt werden, um fundierte Entscheidungen treffen zu können. Moderne Business-Intelligence-Lösungen und digitale Steuerungsinstrumente gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.

Die Herausforderung besteht darin, wirtschaftliche Stabilität und Versorgungsqualität gleichermaßen im Blick zu behalten. Gerade vor dem Hintergrund der Krankenhausreform wird ein integriertes Steuerungssystem zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

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