Investitionsoffensive und Kapazitätsausbau: Bayern stellt Weichen für die Klinikplanung 2026

Der bayerische Krankenhausplanungsausschuss hat in seiner 157. Sitzung weitreichende Entscheidungen zur strukturellen Weiterentwicklung der Krankenhauslandschaft im Freistaat getroffen.

Wie Gesundheitsministerin Judith Gerlach in München betonte, zielen die Beschlüsse darauf ab, die stationäre Versorgung durch gezielte Baumaßnahmen, Kapazitätserweiterungen und die Zuweisung spezialisierter Aufgaben zukunftsfest zu machen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Stärkung der Intensivmedizin, der Psychosomatik sowie der Qualitätssicherung in der Schlaganfallversorgung.

Für zahlreiche Kliniken wurde der Bedarf für umfassende Baumaßnahmen anerkannt, was die formale Voraussetzung für die staatliche Investitionskostenfinanzierung schafft. Zu den Standorten mit genehmigten Bauvorhaben zählen unter anderem das Klinikum Dritter Orden in München, die Kreisklinik Bad Reichenhall, das Klinikum Starnberg sowie die Kliniken in Bamberg (Bruderwald), Würzburg Mitte und Regensburg (St. Josef). Neben diesen infrastrukturellen Weichenstellungen wurden punktuelle Bettenerweiterungen realisiert, wie etwa an der m&i-Fachklinik Herzogenaurach. Ein strategisch bedeutsamer Schritt ist die Zuweisung des Klinikums Nürnberg (Süd) als Zentrum für Intensivmedizin nach G-BA-Richtlinien, wodurch der Standort künftig entsprechende Vergütungszuschläge geltend machen kann.

Ausbau der psychosomatischen und psychiatrischen Versorgung

Dem anhaltend hohen Bedarf im Bereich der Psychosomatik und Psychiatrie trägt der Ausschuss durch deutliche Kapazitätserhöhungen Rechnung. Mehrere Einrichtungen, darunter die Schön Kliniken in Berchtesgadener Land und Roseneck sowie der Medical Park Chiemseeblick, erhielten Zuschläge für zusätzliche Planbetten. Besonders hervorzuheben ist die Simssee Klinik Bad Endorf, die neben einer Bettenerweiterung eine neue Tagesklinik für Psychosomatische Medizin eröffnet. Auch in der Erwachsenenpsychiatrie wurden signifikante Erweiterungen beschlossen, etwa am Bezirkskrankenhaus Augsburg mit einem neuen Gesamtkonzept sowie am Bezirksklinikum Mainkofen und der Sozialstiftung Bamberg. Im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie wurde zudem das AMEOS Klinikum St. Elisabeth Neuburg gestärkt.

Neue Qualitätsstandards für Thrombektomiestandorte

Eine wesentliche fachliche Neuerung betrifft die Schlaganfallversorgung: Zum 1. Juli 2026 tritt die 1. Fortschreibung der Planungsgrundsätze für Thrombektomiestandorte in Kraft. Damit passt Bayern die Zulassungskriterien an die aktuellen Vorgaben der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG) für überregionale Stroke Units an. Die entscheidende Änderung ist die Anhebung der Mindestfallzahl von bisher 35 auf künftig 50 Thrombektomien pro Jahr. Diese Maßnahme dient der Sicherung einer hohen Behandlungsqualität durch entsprechende Routine in den spezialisierten Zentren.

Stärkung der Palliativmedizin

Schließlich setzt der Freistaat den Ausbau der palliativmedizinischen Infrastruktur fort. Durch Bedarfsfeststellungen für zusätzliche Betten an den Standorten Passau und Bad Kötzting wird die Versorgung schwerstkranker Menschen in der Fläche weiter verbessert. Ministerin Gerlach unterstrich, dass diese punktuellen Ergänzungen des Behandlungsangebots direkt den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten entsprechen und die hohe Lebensqualität in Bayern absichern.

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