„Hilfen für bedrohte Krankenhäuser“: Videoaufruf warnt vor Klinikschließungen in Bayern
Aktionsgruppe sieht durch GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz und Krankenhausreform massives Schließungsrisiko
Die bayerische Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ warnt in einem neu veröffentlichten Aufklärungsvideo vor einem zunehmenden Risiko von Krankenhausschließungen in Deutschland. Anlass ist die anstehende erste Lesung des GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes (BStabG) im Bundestag am 12. Juni 2026. Nach Einschätzung der Initiative könnten in der Folge sowohl strukturelle als auch ökonomische Faktoren zu einer deutlichen Reduktion der Krankenhausstandorte führen.
Die Gruppe verbindet die aktuellen gesundheitspolitischen Reformvorhaben mit der bereits laufenden Krankenhausreform und spricht von einem möglichen „strukturellen und ökonomischen Kliniksterben“. In ihrer Bewertung wird ein potenzielles Schließungsszenario von 300 bis 600 Krankenhäusern in Deutschland genannt. Besonders betroffen seien nach Darstellung der Initiative ländliche Regionen und Flächenländer wie Bayern mit einem hohen Anteil kleinerer Kliniken.
In einem begleitenden Video unter dem Titel „Hilfen für bedrohte Krankenhäuser“ (auf YouTube zusehen) richtet sich die Aktionsgruppe an die Bevölkerung in potenziell betroffenen Regionen. Ziel sei es, über mögliche Versorgungslücken, Standortgefährdungen und politische Entscheidungsprozesse zu informieren und Handlungsmöglichkeiten im Rahmen demokratischer Beteiligung aufzuzeigen.
Der frühere Klinikvorstand Klaus Emmerich äußert sich in diesem Zusammenhang kritisch zur aktuellen Gesundheitspolitik. Er sieht die Verantwortung für mögliche Klinikschließungen auf Bundesebene und warnt vor erheblichen Auswirkungen für die Patientenversorgung. Diese reichten von längeren Anfahrtswegen im Notfall bis hin zu Einschränkungen bei der Versorgung lebensbedrohlicher Erkrankungen. Auch Klinikträger stünden demnach vor zunehmenden finanziellen und politischen Belastungen im Fall drohender Standortschließungen.
Die Initiative betont zudem, dass insbesondere in Bayern eine flächendeckende stationäre Versorgung gefährdet sein könnte. Die Kombination aus Reformdruck, wirtschaftlichen Anforderungen und gesetzlichen Vorgaben erhöhe den Druck auf kleinere Krankenhäuser deutlich, so die Einschätzung der Aktionsgruppe. Parallel verweist die Gruppe auf eine überarbeitete Informationsplattform, auf der Daten zu Krankenhausstandorten, möglichen Versorgungsengpässen sowie Hintergrundanalysen zum sogenannten „Kliniksterben“ bereitgestellt werden. Diese soll nach eigenen Angaben als „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Bürgerinnen und Bürger dienen, die sich über die Entwicklung der stationären Versorgung informieren möchten.
Die Initiative fordert in diesem Zusammenhang einen stärkeren politischen Fokus auf die Sicherung einer flächendeckenden stationären Versorgung. Nach ihrer Auffassung müsse verhindert werden, dass wirtschaftliche Steuerungsmechanismen oder gesetzliche Reformen zu einem Abbau von Krankenhauskapazitäten führen, die als bedarfsnotwendig angesehen werden.




