GOÄ-Reform: Gutachten sieht 34 Prozent weniger Laborumsatz

WIG2-Analyse im Auftrag des ALM warnt vor Folgen der geplanten Vergütung im Kapitel M – Laborkosten stiegen seit 2017 zugleich um 38 Prozent

Die geplante GOÄ-Reform könnte die Vergütung der medizinischen Labordiagnostik deutlich reduzieren. Ein vom Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) beauftragtes Gutachten des WIG2 Instituts errechnet für das Kapitel M der neuen Gebührenordnung einen simulierten Umsatzrückgang von rund 34 Prozent. Der ALM fordert deshalb Änderungen am vorliegenden GOÄ-Entwurf.

Für die Untersuchung wurden der aktuelle Entwurf von Bundesärztekammer und PKV-Verband sowie die Kostenentwicklung fachärztlicher Labore betrachtet. Nach Angaben des ALM sind die Kosten der untersuchten Labore zwischen 2017 und 2024 um rund 38 Prozent gestiegen.

Kritisiert wird zudem die aus Sicht des Verbandes fehlende Transparenz bei der Herleitung der neuen Bewertungen. Datengrundlagen und methodische Grundlagen der vorgesehenen Vergütungsabsenkungen seien im bisherigen Reformprozess nicht ausreichend offengelegt worden.

Das Gutachten untersucht neben den unmittelbaren wirtschaftlichen Effekten auch mögliche längerfristige Auswirkungen auf Investitionsfähigkeit, Leistungsangebot, Qualität und Versorgungsstrukturen der Labordiagnostik.

Der ALM fordert vor einer unveränderten Umsetzung der neuen GOÄ deshalb verlässliche und nachvollziehbare Rahmenbedingungen für die Labormedizin.