GMK-Vorsitz 2026: Niedersachsen soll Kliniken aus der wirtschaftlichen Sackgasse führen

NKG fordert Nachbesserungen am Reformanpassungsgesetz und wirksamen Gewaltschutz für Klinikpersonal

Mit dem Jahreswechsel hat Niedersachsen turnusgemäß den Vorsitz der 99. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) übernommen. Unter dem Leitmotto „sicher.versorgt.überall.“ setzt das Land Akzente für eine krisenfeste und bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung. Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) verknüpft mit diesem Vorsitz die dringende Erwartung an den niedersächsischen Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi, die prekäre Lage der Kliniken auf die bundespolitische Agenda zu heben.


Alarmierende Zahlen: Der NKG-Indikator Januar 2026

Die Forderungen der NKG basieren auf harten Fakten: Laut dem aktuellen NKG-Indikator rechnen über 75 % der Kliniken in Niedersachsen für das vergangene Jahr mit einem negativen Ergebnis. Rund 74 % der Häuser können die massiv gestiegenen Personal- und Sachkosten nicht mehr aus den laufenden Erlösen decken. Für das Jahr 2026 erwartet jedes dritte Krankenhaus eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation. Rainer Rempe, Vorstandsvorsitzender der NKG, mahnt daher eine kurzfristige finanzielle Stabilisierung an, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden.

Kritik am Reformanpassungsgesetz (KHAG)

Besonderen Nachbesserungsbedarf sieht die NKG beim Krankenhausreformanpassungsgesetz. Aus Sicht der Kliniken enthält das Gesetz weiterhin Fehlanreize, die insbesondere kleinere Häuser benachteiligen. Gefordert werden praxisnahe Korrekturen bei der Vorhaltefinanzierung und den Leistungsgruppen, um eine hochwertige flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Parallel dazu wird ein radikaler Bürokratieabbau angemahnt: 98 % der Kliniken bewerten den aktuellen Dokumentationsaufwand als hoch oder sehr hoch, was wertvolle Zeit am Patienten bindet.

Wachsende Gewalt gegen Klinikpersonal

Ein Thema, das zunehmend in den Fokus rückt, ist der Schutz der Beschäftigten. 72 % der niedersächsischen Kliniken berichten von einem Anstieg verbaler oder körperlicher Übergriffe in den letzten fünf Jahren. Die NKG fordert hier entschlossenes Handeln, das über bloße Absichtserklärungen hinausgeht – von der Finanzierung technischer Sicherheitssysteme bis hin zu härteren rechtlichen Konsequenzen für Täter.

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