Fast jede zweite Klinik in Sachsen erwartet 2026 ein Defizit
KGS-Umfrage zeigt anhaltenden wirtschaftlichen Druck – Krankenhausplan, Leistungsgruppen und Finanzierung der Transformation prägen Sächsischen Krankenhaustag
Die wirtschaftliche Lage der sächsischen Krankenhäuser bleibt angespannt: Knapp 48 Prozent der von der Krankenhausgesellschaft Sachsen (KGS) befragten Kliniken rechnen für 2026 mit einem Jahresfehlbetrag, rund zwei Drittel erwarten ein schlechteres Ergebnis als 2025. Beim Sächsischen Krankenhaustag am 16. September 2026 standen deshalb neben der Umsetzung der Krankenhausreform vor allem der neue Krankenhausplan, die Finanzierung des Strukturwandels und die künftige Leistungsgruppenplanung im Mittelpunkt.
Der Sächsische Krankenhaustag 2026 brachte in Leipzig Vertreter aus Krankenhäusern, Politik, Wissenschaft und Krankenkassen zusammen. Unter dem Leitmotiv „Krankenhausversorgung im Wandel – Transformation gestalten, Versorgung sichern“ diskutierten die Teilnehmer die Auswirkungen der laufenden Strukturreformen auf die Versorgung im Freistaat.
Nach einer aktuellen KGS-Umfrage schrieben bereits 2024 rund 63 Prozent der antwortenden Krankenhäuser rote Zahlen. Für 2025 berichtet die Krankenhausgesellschaft zwar von einer zwischenzeitlichen Entspannung, sieht darin aber noch keine nachhaltige Trendwende.
Für 2026 erwarten knapp 48 Prozent erneut einen Jahresfehlbetrag. Rund zwei Drittel der befragten Häuser gehen davon aus, dass sich ihr Jahresergebnis gegenüber 2025 verschlechtert.
Krankenhausplan und Leistungsgruppen bestimmen Transformation
Neben der wirtschaftlichen Situation stand die konkrete Umsetzung der Krankenhausreform in Sachsen im Mittelpunkt. Dabei geht es insbesondere um den neuen sächsischen Krankenhausplan und die zukünftige Zuordnung von Leistungsgruppen.
KGS-Vorstandsvorsitzender Dr. Sven U. Langner verband die notwendigen Strukturveränderungen mit der Forderung nach einer verlässlichen Finanzierung und einer stärkeren Berücksichtigung regionaler Versorgungsbedingungen.
Am Nachmittag wurden die Umsetzungsfragen in fünf Workshops vertieft. Themen waren unter anderem Krankenhausreform und Krankenhausplanung, Finanzierung, Fachkräftesicherung und neue Rollen in der Pflege sowie Medizincontrolling und Leistungsgruppenplanung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem ärztlichen Dienst zwischen Qualitätssicherung, Reformdruck und Fachkräftemangel.
Schenderlein: Spezialisierung soll Behandlungsqualität sichern
Für das Bundesgesundheitsministerium nahm die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Christiane Schenderlein am Krankenhaustag teil. Sie bezeichnete Strukturreformen als notwendig und verwies auf Krankenhausreform, Transformationsfonds und die gesetzlichen Anpassungen durch das KHAG.
Nach ihrer Darstellung sollen Spezialisierung und Qualitätsvorgaben verhindern, dass komplexe Leistungen an Standorten ohne ausreichende Erfahrung und Strukturen erbracht werden. Schenderlein ist seit dem 29. Juli 2026 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit.
Die Krankenhausgesellschaft stellt dem vor allem die wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Umsetzung gegenüber: Strukturveränderungen müssten finanziert werden und zugleich genügend Spielraum für regional unterschiedliche Versorgungslösungen lassen.




