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OPS 8-98b Transportentfernung bemisst sich nach dem Zeitintervall ab Entscheidung, ein Transportmittel anzufordern und der Übergabe des Patienten an die behandelnde Einheit im Kooperationspartner-Krankenhaus

B 1 KR 39/17 R | Bundessozialgericht, Urteil vom 19.6.2018 – Urteilsbegründung

[…] OPS 8-98b definiert die Transportentfernung nicht räumlich, sondern nur zeitlich. OPS 8-98b spricht von einer “halbstündige(n)” Transportentfernung. Die Klammerdefinition erläutert, dass es um die “Zeit zwischen Rettungstransportbeginn und Rettungstransportende” geht. Dies meint die gesamte Zeit, die die Rettungskette benötigt, um einen Patienten vom zunächst behandelnden Krankenhaus in die behandelnde Einheit im Kooperationspartner-Krankenhaus zu verlegen. Die Klammerdefinition stellt bewusst auf die Inanspruchnahme des gesamten Rettungstransportsystems ab, auf die Rettungskette, nicht nur auf Teilabschnitte wie die reine Transportzeit eines Transportmittels.

Eine andere Auslegung des Begriffs der Transportentfernung wäre mit jenem des unmittelbaren Zugangs unvereinbar. Er setzt für den das Leitbild prägenden Grundfall (Krankenhaus verfügt über alle Abteilungen) voraus, dass der Patient am selben Ort innerhalb eines sehr engen Zeitfensters neurochirurgisch, gefäßchirurgisch oder interventionell-neuroradiologisch behandelt werden kann. Diese Grundlage würde verlassen, wenn nicht die Zeit der Rettungskette maßgeblich wäre, sondern – wie das Krankenhaus fälschlich meint – nur die Zeit, in der sich der Patient im Transportmittel befindet. […]

Quelle: Bundessozialgericht


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