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Zur Kodierung und Anwendbarkeit der OPS 5-541.1 (Laparatomie mit Drainage), 5-541.2 (Relaparotomie) und 5-541.3 (Laparotomie und Eröffnung des Retroperitoneums: Second-Look-Laparotomie, programmierte Laparotomie) bei Mehrfacheingriffen innerhalb eines Aufenthaltes

S 21 KR 333/14 | Sozialgericht Dessau-Roßlau, Urteil vom 17.10.2018 rechtskräftig

Der MDK-Gutachter hat zu Recht den für den 05.03.2010 kodierten OPS 5-541.1 („Laparatomie mit Drainage“) in 5-983 („Reoperation“) abgeändert. Nach Abschnitt P013d der Deutschen Kodierrichtlinien ist bei der Wiedereröffnung eines Operationsgebietes insbesondere zur Behandlung einer Komplikation zunächst zu prüfen, ob die durchgeführte Operation mit Wiedereröffnung des Operationsgebietes im OPS durch einen spezifischen Kode im betreffenden Organkapitel kodiert werden kann. Gibt es keinen spezifischen Kode, dann ist die durchgeführte Operation zusammen mit einem Zusatzkode wie z.B. 5-983 „Reoperation“ für die Reoperation anzugeben. Demnach war die am 05.03.2010 wegen Komplikationen (laut OP-Bericht „Verschlechterung mit Austritt von Darminhalt über die liegende Jackson-Pratt-Drainage“) durchgeführte Reoperation auch als solche zu kodieren, nicht aber als Laparatomie mit Drainage.

Der für den 07.03.2010 als 5-541.2 („Relaparotomie“) kodierte Eingriff war ein Wechsel des VAC-Verbandsystems. Eine Laparotomie (laut klinischem Wörterbuch von Pschyrembel: „Bauchschnitt“) wird im OP-Bericht nicht beschrieben. Der Argumentation des Krankenhauses (“ gilt als „) kann nicht gefolgt werden. Die Bezeichnung des Wechsels des VAC-Verbandsystems als „Bauchschnitt“ ist mit dem Wortlaut nicht vereinbar.

Dies gilt ebenso für die mit dem OPS 5-541.3 („Laparotomie und Eröffnung des Retroperitoneums: Second-Look-Laparotomie, programmierte Laparotomie“) kodierten Eingriffe vom 09., 11. und 14.03.2010. Es handelte sich um Wechsel des VAC-Verbandsystems. Der OPS 5-541.3 findet zu Recht in den OP-Berichten für diese Tage auch keine Erwähnung.

Aus den dargelegten Gründen war die Klage des Krankenhauses abzuweisen.

Quelle: Sozialgerichtsbarkeit

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