DKI Krankenhaus-Index: Keine Entspannung in Sicht

Neue Umfrage zeigt dramatische wirtschaftliche Lage und drohende Versorgungseinschränkungen

Die wirtschaftliche Situation der deutschen Krankenhäuser bleibt kritisch. Laut aktuellem Krankenhaus-Index des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) schätzen fast 60 Prozent der Allgemeinkrankenhäuser ihre Lage als „schlecht“ (40 Prozent) oder sogar „sehr schlecht“ (19 Prozent) ein. Lediglich 11 Prozent beurteilen ihre wirtschaftliche Situation derzeit als gut. Damit setzt sich die seit Jahren angespannte Entwicklung weiter fort.

Die Folgen dieser Entwicklung dürften bereits in den kommenden Monaten spürbar werden. Viele Krankenhäuser rechnen damit, vorübergehend Stationen schließen oder planbare Operationen verschieben zu müssen, um Kosten zu reduzieren und den Betrieb stabil zu halten. Die Risiken für die Versorgungssicherheit steigen damit erneut an.

Ein weiterer Schwerpunkt des Krankenhaus-Index liegt auf der Einschätzung der geplanten Krankenhausreform. Die Bildung neuer Leistungsgruppen mit verbindlichen Strukturkriterien – von Personalvorgaben bis hin zu Infrastrukturanforderungen – sorgt in vielen Häusern für Unsicherheit. 35 Prozent erwarten für die Zukunft eher Einschränkungen ihres bisherigen Leistungsspektrums, während 25 Prozent von einer Ausweitung ausgehen.

Besonders kritisch sehen die Krankenhäuser die geplante Vorhaltefinanzierung. Mit großer Mehrheit gehen die Einrichtungen nicht davon aus, dass diese Finanzierung positiv zur Deckung ihrer Strukturkosten beitragen wird. Der Reformansatz, strukturelle Qualität zu fördern und gleichzeitig planbare Vorhaltekosten zu gewährleisten, wird aus Sicht vieler Kliniken nicht erreicht.

Der neue Krankenhaus-Index verdeutlicht, dass die Branche weiterhin auf einem schmalen Grat zwischen wirtschaftlicher Belastung, Reformdruck und Versorgungsauftrag balanciert. Ein „Licht am Ende des Tunnels“ ist in den aktuellen Daten nicht zu erkennen.

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