Milliarden-Kürzungen: DKG warnt vor Kollaps der Klinikversorgung
Sparkurs der Bundesregierung bedroht Trägervielfalt – Krankenhäuser fordern sofortigen Stopp der „Kürzungsorgie“
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) schlägt Alarm: Die von der Finanzkommission vorgeschlagenen Sparmaßnahmen der Bundesregierung drohen die deutsche Krankenhauslandschaft dauerhaft zu zerstören. Nach Angaben der DKG sollen den Kliniken allein im kommenden Jahr 5,1 Milliarden Euro entzogen werden. Bis zum Jahr 2030 summieren sich die geplanten Kürzungen inklusive der Einschnitte aus 2026 auf fast 15 Milliarden Euro. DKG-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerald Gaß bezeichnete die Pläne als „massiven Angriff“ und warnte vor einem „staatlich veranlassten Kliniksterben“.
Wie die DKG berichtet, entbehren die Vorschläge jeder fachlichen Rechtfertigung, da die Krankenhäuser bereits heute flächendeckend rote Zahlen schreiben. Dr. Gerald Gaß betonte: „Anders als bei der Pharmaindustrie werden hier keine Gewinne abgeschöpft, sondern heute schon vorhandene Verluste bewusst noch tiefer ins Minus getrieben.“ Besonders gefährdet seien freigemeinnützige und kirchliche Träger, deren Insolvenzrisiko bereits doppelt so hoch sei wie das privater oder öffentlicher Häuser. Die DKG wirft der Bundesregierung und dem CDU-geführten Gesundheitsministerium vor, das Verschwinden über Jahrhunderte gewachsener Strukturen billigend in Kauf zu nehmen.
Die Konsequenzen dieser Politik werden laut DKG vor allem im ländlichen Raum dramatisch ausfallen. Längere Versorgungswege, ausgedünnte Notfallstrukturen und ein massiver Personalabbau seien die absehbare Folge. Da die Kürzungen ohne jeden Ausgleich bei der Bürokratie oder strukturellen Deregulierungen erfolgen sollen, bleibe den Kliniken kaum Spielraum zur Kostensenkung. Dr. Gaß kritisierte zudem scharf, dass die Koalition plane, den vollen Tariflohnausgleich für die 1,4 Millionen Beschäftigten künftig nicht mehr zuzubilligen. Dies werde zwangsläufig zu einer weiteren Verdichtung der Arbeit führen.
Diese Politik wird die Krankenhäuser vor die Wand fahren – und mit ihnen die Versorgung der Menschen in Deutschland. Die Bundesregierung muss diesen Irrweg sofort beenden.
Als Reaktion auf die „planlose und radikale“ Gesundheitspolitik kündigte die DKG grundlegende Konsequenzen an. Sollten die Kürzungen wie geplant umgesetzt werden, stehe der Rückzug aus der ambulanten Notfallversorgung sowie der Verzicht auf den Aufbau Integrierter Notfallzentren und sektorübergreifender Versorgungszentren im Raum. Wer um das wirtschaftliche Überleben kämpfe, habe keine Ressourcen mehr für das „Wünsch Dir was“ der Politik, so Gaß. Die Bundesregierung müsse diesen „Irrweg“ sofort beenden, um den sozialen Zusammenhalt und die stationäre Versorgung nicht vollends zu gefährden.





