Bertelsmann Stiftung sorgt für Diskussion um Klinikversorgung in Bayern

Kritik an Konzeptvergleich „Regionale Gesundheitsversorgung“ – mögliche Folgen für flächendeckende Versorgung

Die Bertelsmann Stiftung hat mit ihrem „Konzeptvergleich Regionale Gesundheitsversorgung“ eine Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der Krankenhausversorgung in Bayern ausgelöst. Wie die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern in einer Pressemitteilung vom 13. Februar 2026 betont, könnten zentrale Vorschläge der Stiftung die flächendeckende Versorgung gefährden.

Nach Angaben der Aktionsgruppe propagiert der Konzeptvergleich eine stärkere Zentralisierung und Ambulantisierung klinischer Leistungen. Klaus Emmerich, ehemaliger Klinikvorstand, wird in der Mitteilung zitiert: „Die Studie verliert kein Wort darüber, dass es gänzlich andere regionale Gesundheitskonzepte gibt, die auf ein Mindestmaß an lebensrettenden klinischen Angeboten binnen 30 Fahrzeitminuten setzen.“

Konzeptvergleich Regionale Gesundheitsversorgung
Bertelsmann Stiftung (Hrsg.) Andreas Schmid, Sarah Gubitz
Die Publikation analysiert zehn Konzepte zur regionalen Gesundheitsversorgung und zeigt zentrale Ansatzpunkte für Weiterentwicklung und politische Gestaltung. Sie liefert kompakte Orientierung und Impulse für die zukünftige Versorgung.

Die Aktionsgruppe verweist auf ihr eigenes Konzept „Bedarfsorientierte kommunale Kliniklandschaft“, das Mindeststandards für die 30-Minuten-Erreichbarkeit vorsieht und konkrete Vorschläge zur Finanzierung enthält. Laut der Mitteilung wäre ein umfassendes Kliniksterben mit Folgen für wohnortnahe Krankenhäuser vermeidbar.

Hintergrund: Der Konzeptvergleich der Bertelsmann Stiftung ziele auf Kosteneinsparungen durch weniger Krankenhäuser, kritisieren die Vertreter der Aktionsgruppe. Viele der Autoren seien untereinander vernetzt, hätten Zugang zu Bundes- und Landesgesundheitsministerien und seien bereits in offiziellen Gremien zur Krankenhausreform tätig gewesen. Alternative Versorgungskonzepte würden nach Darstellung der Aktionsgruppe nicht ausreichend berücksichtigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert