Aktionsgruppe kritisiert bayerische Krankenhausplanung: Forderung nach Transparenz beim Bettenabbau

Initiative „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ widerspricht Aussagen von Gesundheitsministerin Gerlach

Die Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ erhebt Vorwürfe gegen die Bayerische Staatsministerin für Gesundheit, Prävention und Pflege, Judith Gerlach. Anlass ist deren jüngste Pressemitteilung zu den Beschlüssen des bayerischen Krankenhausplanungsausschusses. Die Initiative reagiert „mit Verwunderung und Verärgerung“.

Kritik übt die Aktionsgruppe insbesondere an Gerlachs Aussage: „Bereits jetzt ist die stationäre Krankenhausversorgung im Freistaat gut aufgestellt. Wir haben ein flächendeckendes Netz leistungsfähiger Einrichtungen, das wir durch die aktuellen Beschlüsse weiter verbessern.“ Nach Einschätzung der Initiative widerspricht dies der Realität. Die eigene Analyse zeige, dass in 160 bayerischen Postleitzahlregionen Menschen nicht innerhalb von 30 Minuten eine stationäre oder notfallstationäre Versorgung erreichen könnten – ein Risiko mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen.

Auch die von der Ministerin hervorgehobenen geplanten Erweiterungen an mehreren Klinikstandorten bewertet die Aktionsgruppe kritisch. Zwar würden am Klinikum Weilheim (Erhöhung von 169 auf 250 Betten) sowie in Haßfurt (von 150 auf 170 Betten) Kapazitäten ausgebaut, gleichzeitig seien jedoch zuvor Standorte geschlossen worden. So verweist die Initiative auf die Schließung des Krankenhauses Schongau mit 163 Betten sowie des Haßberg-Klinikums Ebern mit 50 Betten. Unter dem Strich würden dadurch 82 Klinikbetten bzw. 30 Klinikbetten im jeweiligen Versorgungsraum wegfallen.

Die Initiative folgert: Zwar gebe es vereinzelt Erweiterungen, doch überwögen „höhere Absenkungen der Klinikbetten“ und Standortschließungen. Insgesamt stünden „auch in Bayern die Zeichen auf weniger Krankenhäuser und weniger Klinikbetten“.

Die Aktionsgruppe richtet zwei klare Forderungen an Ministerin Gerlach:

  1. Transparenz über die tatsächlichen Auswirkungen der bayerischen Krankenhausplanung.
  2. Klare Kommunikation gegenüber der Bevölkerung, wie viele Klinikstandorte und Betten nach Krankenhausreform und Landesplanung realistisch verbleiben werden.

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