17. Rheinisches Gespräch: Hybrid-DRGs belasten urologische Kliniken massiv

Experten kritisieren unzureichende Fallbewertung und Kostenstruktur

Beim 17. Rheinischen Gespräch in Düsseldorf hat Dr. Christian Eggersmann, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) und Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Klinikum Rheine – Standort Mathias-Spital, ein kritisches Fazit zur Einführung der Hybrid-DRGs 2026 gezogen. Nach seiner Einschätzung unterschätzen die Hybrid-DRGs die Komplexität urologischer Fälle, wodurch die Versorgungsqualität leidet und die Kostendeckung in vielen Kliniken nur unter extrem sparsamen Bedingungen erreicht werden kann.

„Hybrid-DRG ist kein anderes Abrechnungsmodell – es ist ein Struktur- und Führungsmodell“, betonte Dr. Eggersmann. Für operative und sachkostenintensive Fächer wie die Urologie stelle dies ein systemisches Problem dar. Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) schreiben zwei Drittel der Kliniken Verluste, lediglich 13 % erwarten 2026 eine Besserung. 70 % der Häuser könnten die Kosten der Hybrid-DRGs nicht decken, was zu erheblichen Einschränkungen in Personal-, Pflege- und Materialressourcen führe.

Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Hybrid-DRGs begründet Eggersmann auch mit der Kalkulation durch das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK): Kurzliegende Fälle bildeten die Basis, ohne realistische klinische Praxis abzubilden. Die Urologie sei als Fachgruppe zu klein gewesen, um die Kalkulationsprobleme zu berücksichtigen. Trotz intensiver Hinweise der DGU blieben Korrekturen aus.

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